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heartbreaks &&. new acquaintances | seiji shiroyama &&. sophie herbst | 8 september

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Man konnte mit vielen Worten beschreiben, wie es Sophie in diesem Augenblick ging.
Ihr bester Freund ist vor einer Woche zu ihrem Geburtstag vorbeigekommen und sie hatten Spaß zusammen, haben gelacht, und die Zeit genossen, auch wenn in ihrem Herzen es weh tat, dass ihr zu der Zeit noch fester Freund nicht da war. Dieser ‚musste‘ jedoch kurzfristig absagen, was sie selbst schon sehr geschmerzt hatte, vor allem, da sie schon bei ihrem ein jährigem Jubiläum keine Zeit miteinander verbringen konnten, da sie beide im Stress waren. Naja wobei man den Zusammenhang mit dem festen Freund sich hätte sparen können. Es war ihr Ex-Freund.
Es war schwer ihren Schmerz in Worte zu fassen, denn er hatte sie nicht nur mit irgendeiner Person betrogen, sondern mit ihrer Schwester, wie sie es sowohl von ihrem besuchenden Freund zwei Tage nach ihrem Geburtstag erfahren hatte, sondern auch von ihrer Schwester bestätigt bekommen, die ihr in Freude von ihrem Freund erzählte, der sich sogar mit ihr gut verstand am selben Tag. Am selben Tag erreichte sie ein Anruf mit der vorhergesehenen Nachricht „Es ist aus“.
Warum habe ich ihn immer nur als einfachen Freund vorgestellt, dachte sie sich als sie sich eine einzelne Träne aus dem Augenwinkel wischte. Es war Sophies eigene schuld. Hätte sie ihn damals nicht als ihren einfachen Freund vorgestellt, hätte ihre Schwester nie etwas mit ihm angefangen. Und hätte sie ihn nicht in Deutschland zurückgelassen wäre sie jetzt nicht allein.
Es war ja klar… Niemand kann jemanden wie mich auf Dauer anziehend finden, wenn man meine Schwester neben mir hat…Vor allem wenn sie bereit ist alles zu geben, vor dem ich mich gescheut habe, dachte sie traurig sich eine weitere Träne aus dem Gesicht wischend, während sie ein weiteres Stück Oreo-Schokolade zu sich nahm, die ihr bester Freund freundlicherweise mitgebracht hatte.
Super… Jetzt werde ich noch fett… Naja kann ich endlich bald meinen Plan beginnen und eine verrückte Katzenlady werden, dachte sie sich bitter, als sie das letzte bisschen von der Tafel in den Mund schob.

Ach weißt du was es bringt ja nichts mehr… Hier verkomme ich ja nur…Diese Woche war ich so unproduktiv wie noch lange nicht, dachte sie sich und ging für eine schnelle Dusche ins Badezimmer, wusch sich ihr Gesicht und entschloss sich ihren Schmerz herunterzuschlucken und in Alkohol versuchen zu ertränken. Nach ihrer schnellen Dusche trocknete sie sich rasend schnell ab und begann währenddessen sich ein Outfit für die Bar auszusuchen. Nach einiger Zeit entschied sie sich für eins ihrer eleganteren Kleider, dass an ihrem Brustkorb enger anliegt und unterhalb des Brustkorbs in Falten hinunterfiel, kombiniert mit einer Bomberjacke und ihren Schuhen mit leichtem Absatz. Sie sagte sich simpelerweise, wenn sie sich in diesem Augenblick nicht sexy und selbstbewusst fühlte so sollte sie zumindest etwas anziehen, in dem sie sich selbst schön fühlt. Sie wartete nur noch bis ihre Haare trocken wurden und zog sich ihr Kleid zusammen mit der Jacke und Schuhen mit leichten Absätzen an und nahm sich ihre kleine Tasche und legte in diese ihr Handy und ihr Portemonnaie hinein, sowie einen kleinen Schirm für alle Fälle hinein und machte sich dann auf, um sich noch ein wenig zu schminken. Sie verdeckte ihre leicht geröteten Augenringe mit zwei Lagen Concealer und tuschte sich fix die Wimpern und zeichnete leicht ihre Augenbrauen nach, ehe sie sich dann zur Tür begab und ihren Schlüssel in ihre Tasche schmiss, nachdem sie abgeschlossen hatte.

Sie setzte sich in die nächstbeste Bahn und beschloss die halbe Stunde nach Shibuya zu fahren. Dieses All-Passes Ticket hat zwar mein Portemonnaie zum Weinen gebracht aber es ist im Endeffekt eine gute Investition gewesen, dachte sie, als sie sich die Nachrichten auf ihrem Handy durchlas, während sie die Blicke der Japaner auf sich spürte. Ja es ist selten eine Europäerin in euren Bahnen zu sehen… Aber könnt ihr mich bitte nicht so die ganze Zeit ansehen? , dachte sie sich, als sie ein gequältes Grinsen aufsetzte als sie die älteren Japanischen Männer betrachten musste, die sie schief ansahen und ihre Gedanken nicht so gut verstecken konnten…

Zu ihrem Glück kam sie schneller in Shibuya an, als sie sich hätte wünschen können und begab sich auf der Suche nach einer Bar, bei der sie nun Zeit verbringen würde, um sich den Schmerz wegzusaufen.
Sie lief in eine kleine Unscheinbare Bar hinein, deren Schild sie nur überflogen hat.

Bereits als sie die Bar betreten hat wirkte es so auf sie als hätten sich Lager gespalten. Ganz links saßen viele Jungen in ihrem Alter vermutlich die schon angetrunken waren. Neben ihnen eine Gruppe Männer mittleren Alters und eine Gruppe Mädchen, die den Jungen versuchten schöne Augen zu machen. Zusammengefasst war es alles andere als eine Umgebung in der sie sich frisch getrennt begeben wollte, weswegen sie sich zu denen setzte, die so wirkten als würden sie nur für sich alleine trinken.
Sie setzte sich auf einen Barhocker und ließ bewusst einen Platz auf jeder Seite neben ihr frei um den Leuten die ebenfalls allein gekommen waren, ihre Privatsphäre zu geben, vor allem da es nicht üblich war einfach so mit Fremden zu sprechen.
Sophie seufzte leise und bestellte sich zunächst einen Vodka Lemon, zum Einsteigen, um ihren Herzschmerz langsam im Alkohol zu ersaufen.

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Sophie Herbst


Welch Ironie ihn dazu getrieben hatte in Richtung der Bar in Shibuya zu gehen? Seiji konnte doch genauso gut bei sich einen draufmachen, aber nein. Dort wurden grade zwei neue eingearbeitet und man hatte ihm gnädigerweise für den Abend freigegeben. Dabei war das alkoholische Angebot hier in dieser Bar doch sehr spärlich und er musste sich auf Vodka einigen, aber das ging. Schließlich musste er sich nicht auf diesen beiden irren Weiber einlassen, die sein Chef angeschleppt hatte. Warum auch immer, er war richtig genervt darüber, dass diese beiden Schnepfen, wie er sie gerne betitelte, ihn nicht als Nummer eins ansahen, sondern vielmehr als eine Art Beleidigung des Berufes, die die drei ausführten. So konnte man es auch sehen, aber so fühlte sich der Shiroyama gleichsam unwohler in seiner Haut. Er hatte die vorherige Nummer eins abgelöst, aus einfachen Gründen und auch wiederum aus Komplexen Gründen. So entging es ihm nicht, wie die anderen ihn angestarrt hatten, als er wütend wurde.

Denn diese beiden Frauen, waren für ihn keine Nutten, sondern eine Beleidigung an sich. Künstliche Nägel, zwanzig Tonnen Makeup drauf, sowie einen ekelhaften Charakterzug. So kam es ihm vor und so hatte man ihn aus der Schussbahn geschaffen. Denn Seiji konnte sich sehr wohl behaupten und alle die sich der Prostitution hingaben, mussten sich ihm unterstellen. Da sein Chef seine Regeln kannte, wurden die beiden nun in einem anderen Bereich angelernt, weil diese widernatürlich aussahen, so ohne Makeup und gleichzeitig so ohne künstliche Nägel. Seiji achtete sehr auf Natürlichkeit. Denn Makeup regelte nicht alles im Leben, weswegen er sich seufzend wieder zur Theke begab.

Hier sah er sich um und fand einige interessierte Frauen an ihn vor, sowie einige Personen, die wirklich ihn reizen wollten. Aber da war da noch eine junge Frau, die sein Interesse weckte. Sie schien traurig zu sein, sowie in Gedanken versunken. Das Alkoholglas vor ihr leer, weswegen Seiji in seinem Gedanken nur eines bilden konnte: Sie musste verlassen worden sein oder war einsam. Oder auch beides. Seine Miene verfinsterte sich, sah doch die junge Frau so schön aus, sowie die Tatsache, dass sie ein exotischeres Aussehen hatte, als sonst die anderen Landsleute oder wie die beiden Frauen, die bei ihm neuanfingen. Eine wasserstoffblonde Tusse, die meinte alles besser zu können, aber bei ihm hatte sie schlechte Karten, sowie die eine türkisvioletthaarige, die ein außergewöhnliches Aussehen hatte, dafür aber einen widerwärtigen Charakter besaß. In jedem Falle bewegte er sich zu dieser jungen Dame und seufzte unhörbar auf.

„Sie sehen so traurig aus. Was ist los? Wieso muss eine junge Schönheit, wie Sie es nun einmal sind, sich ihren Frust in Alkohol ertränken?“ Diese Worte flossen aus Seiji, wie samtig weicher Honigwein, im Abgang. Jedoch sprach er auch so, dass nur diese unbekannte Schönheit diese Worte bekommen sollte, weswegen ein älterer Mann ging und sich woanders hinbegab. Gut so. Seiji hatte schon immer eine leicht autoritäre Wirkung, insbesondere bei seiner momentanen Kleidungswahl. Tief ausgeschnittenes Hemd, eine schwarze, hautenge Hose, sowie dazu offene Haare, die sein gesamtes Erscheinungsbild sehr nach seiner Arbeit wirken ließ. Aber im Grunde genommen war er immer auf der Arbeit. So wollte er sich immer geben, damit er wissen konnte, wie die anderen auf ihn reagierten. „Shiroyama Seiji ist mein Name, wie ist Ihr Name?“ Er stellte sich auch sogleich vor und hoffte, ihr helfen zu können. Dafür war er auch zur Nummer eins geworden, wegen seines unglaublich großen Herzens.


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Sophie saß nun einige Zeit auf ihrem Platz, immer nebenbei auf ihr Handy blickend, um sich selbst immer wieder daran zu erinnern, wie sehr ihre Brust schmerzte. Kaum später hatte sie bereits den Vodka Lemon ausgetrunken und überlegte, was sie nun trinken wollte, doch sie wurde von einer Stimme aus dem Konzept gebracht, das so weich wie Federn klang, jedoch auch sehr angenehm durch die tiefe. Sie bekam ohne, dass sie es wollte Gänsehaut, da sie schon immer auf akustische Impulse schon immer eine starke Reaktion hatte. Sie drehte sich zu dem Mann um und bemerkte, dass der Platz neben ihr noch ein wenig freier geworden war, da der Mann mittleren Alters aufgestanden war und für die Person, die Sophie angesprochen hat, Platz gemacht hatte.
Sie staunte nicht schlecht als sie ihn erblickte. Er war sehr groß gewachsen, selbst für einen Europäer, hatte dichte, lange und helle Haare und wirkte ziemlich stilbewusst gekleidet. Ohne das sie es wollte, wurde sie ein wenig sprachlos. Es war ihr bisher noch nie passiert, dass sie an einer Bar angesprochen wurde, vor allem nicht von einer Person wie die Person vor ihr. Zudem eine Person die von weitem erkennen konnte, dass es ihr nicht gut ging.
Kurz nach seinen Fragen stellte er sich vor, Sophie keine Zeit lassend auf die Fragen eine Reaktion zu geben. „Aki Akiko.“, stellte sie sich mit einem halben lächeln vor, unsicher was um sie herum passierte. „Naja ich wurde von einem Menschen schwer enttäuscht von dem ich nie gedacht hätte, dass dieser mich enttäuscht“, drückte sie vage aus, ehe sie sich doch entschloss mehr zu sagen, „Mein Ex-Partner hat mich mit meiner Schwester betrogen.“
Kaum hatte sie es ausgesprochen, spürte sie wieder einen Kloß in ihrem Hals und sie biss sich auf die Unterlippe, um sich von dem Fakt ablenken zu lassen, dass Sophie sich ziemlich erbärmlich vorkam, mit einem Fremden den sie zum ersten Mal in ihrem Leben getroffen hat, ihre Beziehungsprobleme zu schildern.
Sie konnte nicht erkennen warum ein Mann wie dieser mit einem Mädchen wie ihr sprach. Er war sehr attraktiv und er wusste wie er auf andere wirkte, ohne ein Arschloch auf dem ersten Blick zu sein, während sie ein niemand war, der einfach immer von ihrer Schwester ersetzt werden konnte, die alles besser konnte als sie. Kein Wunder, dass er es getan hat, dachte sie und wollte ihren Kopf in ihren Armen verbergen, damit niemand ihr peinliche Entschuldigung für ein Leben anblicken müssten. „Sie sollten sich lieber einen anderen Gesprächspartner suchen… Ich denke… Es ist nicht so toll etwas über dieses Thema hören zu müssen“, gab sie ihm in einem schüchternen Ton zu hören, der jedoch auch ein wenig stockend war, da sie zwar schon einige Erfahrungen mit Japanisch sammeln konnte, jedoch noch nicht perfekt Japanisch verstehen konnte, vor allem wenn sie schon etwas getrunken hat. Sophie fragte sich im allgemeinen was einen Mann wie ihn zu ihr getrieben hat, was sie auch verwunderte.

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Sophie Herbst


Die junge Dame hieß Akiko? Welch ein schöner Name für eine so eine schöne Blüte, wie sie vor ihm war. Klar, sie wirkte sehr jung und vor allem auch irgendwie in Gedanken versunken, aber dafür war der Shiroyama da. Der Shiroyama würde sie zumindest ein wenig zum Lächeln bringen. Das war einer seiner Pläne, dass er sie angesprochen hatte und sie ihn ansah. Wahrscheinlich dachte sie, dass er Europäer sei, falsch gedacht. Er war zumindest laut dem Heim, kein Europäer gewesen, sondern vielmehr ein Japaner, mit besonderen Haaren und Augen. Denn diese Haarfarbe war seine Naturhaarfarbe, obwohl er dort immer als Haifu, als Mischling angesehen wurde. In jedem Falle schien sie immer noch sehr traurig zu sein und selbst die Damen in seiner Umgebung waren eher neidisch auf Akiko, als andersherum. Er war auch froh darum, dass man ihn in Ruhe ließ und vor allem nicht einfach ansprach. Das hieß seine Haltung auch noch. Niemand sollte sich bei den Therapiestunden namens Seiji hört immer zu, einmischen. Egal wo und in egal welcher Bar. Selbst seine Seelenschwester Miyu hatte ihn ihm eine Schulter zum Anlehnen bekommen.
Als er jedoch hörte, was sie bedrückte, zischte er einmal laut auf. Wie konnte dieser Idiot namens Ex-Partner sie mit ihrer Schwester betrügen? Wie konnte das nur sein? „Das kann ich nie verstehen. Dein Aussehen ist außergewöhnlich und auch leicht exotisch. Hat dein sogenannter Ex-Partner keine Augen im Kopf oder so? Deine Schwester ist bestimmt nicht so hübsch, wie du. Du hast eine besondere Wirkung auf andere Männer, einige starren dich schon an und wissen nicht, wie sie dich ansprechen sollen, nachdem ich dich angesprochen habe.“ Dies sprach Seiji ohne Umschweife aus, hatte er bohrende, eifersüchtige Blicke auf sich gespürt und sofort lokalisiert. Das brachte sein Job hervor, dass er wusste wer ihn anstarrte und wer nicht und vor allem, wie man die einzelnen Blicke unterscheiden konnte. Deswegen war er hier auch um ihr zu helfen. Aus diesem Grunde bestellte er einmal Vodka und einmal das Getränk der jungen Dame. Wenn man sich besaufen wollte, dann richtig. Auch wenn es bei Seiji kaum bis gar nicht anschlug, was für ihn grausam war. Er liebte Alkohol, aber er war auch leider immun dagegen besoffen zu werden, weswegen es schwer war ihn wirklich einmal angetrunken zu erleben. Sein Job brachte dies auch ein, damit er immer klar bei Verstand blieb.
„Och in meinem Job höre ich immer die traurigsten Geschichten. Deine ist dafür nicht so ansatzweise traurig, wie die, meiner Kunden. Sie stöhnen oftmals wegen ihrem Job herum, ihrer Ehefrauen und gleichzeitig auch, zumindest einige, über den Tod von Verwandten, die man hatte. Ich glaube, ich bin ein guter Zuhörer und kann dir helfen, zumindest ein Teil von der Seelenlast abzunehmen, die du mit dir herumträgst. Man muss bei Liebeskummer sich jemanden anvertrauen und dann nach vorne blicken. Sonst nützt es nichts, dass man gelebt hatte oder auch, dass man geliebt wurde.“ Damit untermauerte er, dass er ein sehr guter und loyaler Zuhörer war. Zudem verurteilte er niemals, sondern gab gemeinhin Tipps, damit es besserging.

Als Sophie das erwähnte, dass ihr Freund sie mit ihrer Schwester betrogen und sie für sie verlassen hat, meinte er nur, dass er es nicht verstehen konnte, da Sophie laut ihm sehr exotisch und mit Sicherheit schöner war als ihre Schwester und erwähnte, dass Männer hier sie angesehen hatten und anscheinend nicht wussten, wie sie sie ansprechen sollten. „Naja… Wo ich herkomme sehen alle so aus“, sagte sie mit einem verzweifelten Grinsen im Gesicht, „und mein Ex-Partner hat mich für meine Zwillingsschwester verlassen… Also ist der Standpunkt des Aussehens nicht gerade überzeugend…“, gab sie von sich, schmerzvoll an die die Tatsache erinnernd, dass sie schon seit sie denken konnte immer im Schatten ihrer Schwester gestanden hatte. Das machst du super Sophie… Mal wieder machst du alles um dich herum kaputt, wenn sie dich nur aufheitern wollten… Was kannst du eigentlich? , dachte sie sich, als sie peinlich berührt auf den Tresen sah. „Und du bist der erste der mich in Japan nur für ein Gespräch von sich aus anspricht…Sie überlegen schon ziemlich lange.“, gab sie selbstironisch von sich, seinen Worten nicht ganz trauend. Der wird sicherlich gleich sehr angepisst sein… Autsch… Way to go Sophie… Deswegen präferiert jeder deine Schwester, dachte sie sich und biss die Zähne zusammen.
Sie hoffte ihn nicht vergrault zu haben, doch er bestellte das gleiche Getränk erneut für sie und sie lächelte ihn dankbar an. Ich hoffe er erwartet jetzt nichts von mir, dachte sie als sie das Glas vor sich hingestellt bekommen hat.
Als sie sagte, dass es womöglich nicht so toll sei, über ein solches Thema zu reden meinte er nur, dass er schon schlimmeres gehört hatte. Diese Aussage machte sie ein wenig stutzig. Sie hätte sich bei ihm vorstellen können, dass ihr Gegenüber locker vom Modelbusiness lebte, so wie er sich verkaufte, doch seine Aussage machte sie stutzig.
Ihr kamen nur zwei Gruppen auf die Schnelle in den Sinn, die so intime Sachen von Kunden erfahren. Hmm Taxifahrer oder Frisör kann doch nicht sein… Ich weiß zwar nicht wie gut die Leute hier in diesen Branchen bezahlt werden, aber ich bezweifle, dass er sich dadurch die Kleidung leisten konnte, die er trägt, dachte sie und blickte ihn an, immer noch darüber nachdenkend, was er tun könnte, mit dem er so viel Geld verdiente, dass er sich die Kleidung selbst kaufen könnte. Ist er vielleicht ein Sugarbabe? Hmm nein das kann nicht sein… Dafür wirkt er auf mich zu stolz… Nur was kann sein Beruf nur sein, dachte sie. Ihr fiel nach einigen Momenten erst auf, dass sie überhaupt nicht auf seine Aussage etwas gesagt hatte und sie spürte die röte in ihre Wangen steigen.

„Sorry… Ich war in Gedanken… Naja ich bin selbst daran schuld. Hätte ich ihn nicht zurückgelassen und wäre es mir nicht damals so peinlich gewesen ihn als meinen Freund vorzustellen, wäre das alles nicht passiert“, gab sie zu und blickte traurig hinunter. „Naja bei deinen Kunden kann ich vermutlich nicht mithalten… Ich komme mir wie ein kleines Kind vor, für den das Schlimmste nur dieses Dilemma ist: Man steht sein ganzes Leben in dem Schatten von seinen Geschwistern, nur um dann von der ersten großen Liebe für seine Zwillingsschwester verlassen zu werden und man kann sie einfach nicht einfach hassen oder einfach aus dem Leben verbannen, weil sie einfach der Mensch ist, der einen immer unterstützt und geliebt hat? Einfach die Person ist, die immer hinter jemanden steht und nie wollte das es mir schlecht geht? Und einen niemals hintergangen haben? Und man die Person die man sehr liebte verstehen kann, dass man seine Schwester wählt anstatt mit einem selbst weiter zu machen?“, sagte sie mit einem Kloß im Hals und griff nach dem Glas und trank ein wenig, Tränen unterdrückend. Nein du wirst jetzt nicht weinen… Zeig wenigstens ein wenig Ehre! , schrie sie sich innerlich an.

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Sophie Herbst


Akiko schien sich ihrer Sache sicher zu sein. So kam es zumindest für Seiji vor, aber er konnte sich auch täuschen. In seinem eigenen Job konnte er sich selbst nicht wirklich sicher sein, dass er in fünf Jahren oder auch in zehn Jahren noch tätig war. Oftmals wurde ab einem bestimmten Alter einfach jemand billiges gefunden und dort lebte man in dreckigen Buden. So hatte er es von einer ehemaligen Kollegin mitbekommen und genau deswegen, war er auf der Suche nach jemanden, der ihn freikaufen konnte, sodass er frei leben durfte. Er wollte auch kein HIV oder AIDS bekommen, da die meisten der Kunden bei ihm nur einmal dablieben, wenn sie schmierig waren und vor allem, niemals gab er seinen Körper dafür auf, dass er krank wurde. Denn Krankheiten gingen ins Geld und wenn wer AIDS hatte, so wurde dieser ausnahmslos getötet. Jedoch hörte er auch zu und seufzte leicht auf. Also wurde wieder nach dem Äußeren beurteilt, wie so oft in dieser beschissenen Welt. Selbst hier, war der Shiroyama sich nicht sicher, dass er hier von einem Kunden wiedererkannt wurde.
„Es gibt noch Schlimmeres, als verlassen zu werden. Man sollte nicht immer so schwarzmalerisch denken, nein. Man kann ruhig ein wenig offener sein und vor allem, du solltest es sein. Du siehst gut aus, du hast scheinbar auch etwas im Kopf und vor allem, du bist eine natürliche Schönheit. Ich werde oftmals angemacht…“ Weiter kam er nicht, denn er spürte eine unangenehme Hand auf seinem Rücken, weshalb er nach links starrte, wo noch ein freier Platz gewesen war, nachdem er Akiko angesprochen hatte. Es stand da ein sehr schmieriger Typ und Seiji grinste nicht, nein. Er war durchaus sich seiner Wirkung bewusst und dennoch musste er diesen Typen loswerden. Er war bi, ja, aber er stand nicht auf solche hässlichen Fratzen, die ihn gierig anstarrten. „Wenn du deine Pfoten nicht von mir lässt, muss ich dich leider krankenhausreif prügeln oder gar die Eier brechen. Hast du mich verstanden, Bastard?“ Er ließ seine Krallen ungern vor einer jungen Dame, wie Akiko ausfahren, aber er musste es. „Achja? Du wirst mir schön folgen, Nutte oder ich töte dich.“ Gut, er wurde öfter als Nutte betitelt, wenn er irgendwo anders war, als in dem Bordell Hoshi. Im Gegenteil, Seiji benutzte nur einen kurzen Handgriff, den man hier nicht näher erläutern sollte und hörte danach einen gellenden Schrei, wodurch der Idiot abdampfte.
„Tut mir Leid…aber ich werde öfter angemacht und als Nutte betitelt. Glücklicherweise hat man mir beigebracht, wie ich schnell so jemanden loswerden kann. Dich küssen wollte ich nicht, denn das passt zur aktuellen Situation nicht. Aber um deine Worte zu erwidern: Ich kenne es, ich wuchs in einem Heim auf, weil meine Eltern mich nicht wollten, wie es schien, dort wurde ich genauso behandelt, wie du behandelt wurdest. Nur aufs Aussehen reduziert und genau aus diesem Grunde, werde ich dich nicht fallen lassen. Nein. Ich will dir helfen, dass du glücklich wirst und vor allem auch stolz darauf sein kannst.“ Dies waren die Worte, die er dafür übrighatte, was Akiko widerfahren war.

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