Lovely Winter » Suzu Café » 08.01.2017 » Nachmittags » Emiko & Hinami

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Lovely Winter » Suzu Café » 08.01.2017 » Nachmittags » Emiko & Hinami

Beitrag von Emiko Yoshikawa am Do Dez 21, 2017 12:53 am


LOVELY WINTER
... OR NOT


Emiko & Hinami # Suzu Café # Bunkyo # 08.01.2017 # Nachmittags # bitterkalt & verschneit




#01 Erwacht an einem wunderbar angenehmen Morgen, noch genügend Zeit um das Bett zu verlassen und sich für die Uni fertigzumachen. Nichts an diesem Morgen konnte sie erschüttern, rein gar nichts - so hätte es sich Emi-chan zumindest erträumt, aber die Wirklichkeit war eine ganz andere. Anstatt das Bett mit dem klingeln des Weckers zu verlassen um noch genügend Zeit zu besitzen, bereitete ihr der Blick auf den Zeiger einen riesigen Schreck. Emiko hatte verschlafen, aber das war ja nichts Neues. Sie musste sich sputen, um pünktlich an der Uni zu erscheinen, obwohl sie diesen Kampf (und das wusste sie eigentlich auch) haushoch verloren hatte. Warum musste das Bett auch so gemütlich sein? Erst war sie wieder eingeschlafen und damit viel zu spät aufgestanden, dann konnte sie ihren Haustürschlüssel in der Eile nicht finden und zu guter Letzt bereitete ihr der Blick aus dem Fenster nur sehr wenig Freude. Der "richtige" Winter hatte nun auch die Millionenmetropole erreicht und mit ihm der Schnee, nach dem sich die Kinder so sehr gesehnt hatten. Leider Gottes vermochten nicht alle auf ihn vorbereitet zu sein, denn bis zum gestrigen Abend, war von ihm weder etwas zu riechen noch zu schmecken und wer schenkte dem Wetterfrosch schon noch Glauben? Zumindest in Emi-chans Erinnerung, lag er nicht immer richtig. In Tokyo und vielen anderen Städten, vermochte sich der Schnee in Grenzen zu halten, aber wenn er dann doch kam, dann richtig.

Die Bahn nach Bunkyo fuhr an diesem Morgen nicht und so blieb Emiko nichts anderes übrig, als den Weg zur Uni mit dem Bus zu nehmen, wenn sie nicht im Schnee versinken wollte. Nein, dieser Morgen vermochte es ihr nicht einfach zu machen. Einen Sitzplatz konnte sie nicht ergattern, was bei so vielen (schneeblinden) Menschen auch gar nicht verwunderlich war, aber daran störte sie sich nicht. Im Gegenteil, sie hatte ein größeres Problem. Emiko konnte es nicht ausstehen mit dem Bus zu verkehren. Es war eng und die Luft in den meisten Fällen furchtbar stickig. Schon seit sie sich zurückerinnern kann, übermannten sie hier Übelkeit und Platzangst. Die Luft vermochte ihr auch in diesem Gefährt zu missfallen. Der Duft eines After Shave lag ihr in der Nase. Er war unlieblich; streng und so musste sich Emi-chan dazu zwingen, kein angewidertes Gesicht zu ziehen. Sie blickte sich vorsichtig um. Wer dieses Produkt wohl gewählt hatte? Nun, sie wusste nicht was schlimmer war - der Geruch dieses fiesen After Shave oder die der gereinigten Sitzbezüge, von denen ihr als kleines Mädchen immer speiübel wurde. Aber egal... Die Hauptsache war doch, dass Emiko ihr Ziel erreichen würde. Fraglich war nur wann? Der Verkehr stockte und je weniger der Bus rollte, desto beunruhigender vermochte das mulmige Gefühl, welches sich in ihrer Magengegend festgekrallt hatte, zu werden. Es war Januar, die wohl kälteste Zeit des Jahres und genauso die unberechenbarste. Tja, die Menschen in der damaligen Zeit, hatten wohl ihre Gründe warum sie das Fest der Liebe im Dezember feierten. Zu dieser Zeit, war es ohnehin schon hektisch genug, wenn sie sich aufmachten (oder auch nicht), um nach Geschenke für ihre Liebsten zu suchen. Sobald es auf ende November zuging, war es um die Ruhe geschehen und die Leute begannen sich aufzuführen, als befänden sie sich in einer Irrenanstalt. Tokyo war eine Irrenanstalt, eine sehr bevölkerte Irrenanstalt sogar. Emiko liebte die Weihnachtszeit, aber eben nicht die Hektik. Allerdings vermochte sie dieser schnell untertan zu werden. Dies bemerkte sie spätestens dann, wenn sie die Haustür hinter sich ins Schloss fallen ließ und mit den Nerven vollkommen am Ende war.

Nach mehr als einer Stunde Fahrt, hatte die 23-jährige ihr Ziel erreicht. Ihr Blick fiel auf die Uhr des Universitätsgebäudes. Sie schnaubte. Wenn sie ihrem Vorsatz fürs neue Jahr, das Bett mit dem klingeln des Weckers zu verlassen Folge geleistet hätte, dann säße sie sicherlich längst in der Vorlesung und hätte sich nicht mit Unruhe und Übelkeit plagen müssen. Na ja, als ob eine Emiko Yoshikawa schon an Vorsätze festhalten würde... Sie mochte vielleicht von gesunder Reife zeugen und dazu noch pflichtbewusst sein, aber war sie eben auch nur ein Mensch. Morgen ging das gleiche Spiel von vorne los, wetten? Mittlerweile fragte sich Emi-chan, warum sie nicht einfach die Zähne zusammengebissen und ihren Weg nicht doch zu Fuß bestritten hatte, aber das änderte jetzt auch nichts mehr. Die Jungfrau Geborene stellte fest, dass sie wohl nicht der einzige Spätsünder war. Einigen anderen Studenten, schien es nicht anders ergangen zu sein. Ihr “guter” Freund Daisuke Motomiya, war gar nicht erst aus den pötten gekommen. Zumindest ließ der Text in der SMS “Wie bitte...? Hast du schon mal aus dem Fenster geguckt!?”, darauf schließen, dass er nicht vor die Tür gehen würde - nicht an einem Tag wie diesen. Hach, wenn Emiko doch auch nur zu Hause geblieben wäre. Dummerweise lag ihr die Einstellung ihren Pflichten nicht nachzukommen fern. Sie blieb erst dann zu Hause, wenn sie richtig krank war. Dozent Yakuwa, zog die rechte Augenbraue in Richtung Stirn, als sich die Tür öffnete und Emiko zum Vorschein kam. Sie hatte Glück - auch er war an diesem Morgen nicht pünktlich gewesen und so vermochte er über die Verspätung der Studenten kein böses Urteil zu fällen. ,,Nur dieses eine Mal", hatte er gesagt. ,,Weil mein Auto heute Morgen nicht angesprungen ist." Nun, er war ein knauseriger alter Mann...

Emiko trachtete dem Ende dieses Unitages mit Freude entgegen und das tat sie nicht sehr oft, auch, wenn das für den ein oder anderen streberisch klingen mochte. Sie hatte sich schon lange nicht mehr so oft hintereinander vor einem Dozenten verbeugt, um ihm ihre Entschuldigung entgegenzubringen. Da hatte sie nun gesessen, zwischen all diesen jungen Menschen und nichts, aber auch gar nichts in ihren Kopf bekommen. Eigentlich war sie schon vor ihrer Ankunft nicht so ganz auf der Höhe. Sie würde doch wohl hoffentlich nicht krank werden? Das wäre aber immerhin eine Erklärung für ihr Unwohlsein in ihren Gliedern. Emiko hatte während der Vorlesung eine SMS von Ruri, einer Freundin erhalten, ob sie sich nicht im "Suzu" treffen wollten. Es ginge ihr nicht so gut und sie bräuchte jemanden zum reden. Um ehrlich zu sein, wollte Emiko einfach nur noch nach Hause und die Kälte, die Hektik und die Geruchskulisse zu verschnaufen. Aber sie konnte ihr diesen Wunsch unmöglich abschlagen - nicht, wo sie eine doch so hilfsbereite und wertvolle Freundin war. Das Suzu war ein kleines, aber süßes Café, welches in Bunkyo lag und an Akihabara, dem Paradies für Anime- und Mangaliebhaber grenzte. Sie und Ruri trafen sich sehr oft dort. Man konnte wohl sagen, dass es zu ihrem Stamm-Café geworden war. Na ja, es half ja alles nichts. Emiko schloss die Augen und holte tief Luft. ,,Hach...", seufzte sie. Aber dann setzte sie ein Lächeln auf und begab sich schlendernd in Richtung Suzu. Sie genoss die Minuten der Ruhe. Alles, was gerade um sie herum geschah, berührte sie kein bisschen. An einer roten Ampel beobachtete sie, wie die Weihnachtsdekoration in den Straßen abmontiert wurde. Sie liebte diese Dekoration und ganz besonders die Weihnachtslichter. In ihrer Wohnung, hatte sie für so etwas leider keinen Platz und so freute sie sich jedes Jahr aufs Neue darauf, wenn die Lichter in den Straßen ansprangen und sie mit einem lieblichen Zauber erfüllten. Die Fußgängerampel war auf Grün gesprungen und Emiko hatte sich gerade wieder in Bewegung gesetzt, als ein Anruf von Ruri auf ihrem Smartphone einging. Sie nahm dieses Gespräch entgegen. ,,Hallo? Ruru-chan...?" Zumindest versuchte sie das. Es war so kalt, dass es wohl hätte selbst ein Winterjäckchen gebraucht, denn es reagierte kein Stück. ,,Mhmmm...", seufzte seine Besitzerin. ,,Das darf doch alles nicht wahr sein..." So etwas hatte sie doch schon einmal... Emiko hatte das Suzu erreicht. ,,So schön warm..." ♫ Allerdings war nichts von ihrer Freundin zu sehen. Ruri Mochida war eine 22-jährige, gut aussehende und dazu noch sympathische Frau, die als Kosmetikerin arbeitete. Vermutlich hatte sie gerade erst Feierabend gemacht, steckte im Stau und wollte ihr dies mitteilen. Diese Begründung hatte doch etwas ganz tröstliches, denn das Wetter trieb noch immer seine Scherze mit den kleinen, wuseligen Tokiotern. Emi-chan ließ sich an einem der Zweiertische nieder. Damit es nicht so aussah dass sie diesen unnötig besetzte, bestellte sie sich einen Tee, mit der Entschuldigung, dass sie noch auf jemanden wartete, dann hatte der (schlecht bezahlte) Kellner wenigstens schon etwas an ihr verdient. Die Getränkewirtschaft, bedeutete für die Gastronomie ein wertvoller Gewinn, auch, wenn das wohlmöglich kaum jemand dachte. Nun, der Japaner aß nicht viel, weil er seiner Linie um jeden Preis treu bleiben wollte. Aber trinken, ließ es sich unter seinesgleichen bei einem netten Plausch gut und viel, was sich durchaus an seiner Geldbörse bemerkbar machen könnte. Natürlich würde es eine Flasche Wasser zum halben Preis aus dem Supermarkt auch tun, aber was ging schon über eine angenehme Atmosphäre in einem Restaurant, Café, oder Lokal? Wie lautete das Sprichwort noch gleich? - Weniger ist mehr. Tja, im Portemonnaie des Gastes und in der Kasse des Wirts. Für einen Kellner der sich jeden Tag die Füße wund lief, fiel die klingelnde Kasse nur wenig ins Gewicht. Er arbeitete für das selbe lappige Gehalt und konnte sich glücklich schätzen, wenn er sich ein wenig Trinkgeld dazuverdienen konnte, was in der teuersten Stadt der Welt wohl nicht sehr oft passieren dürfte. Emiko hatte sich auf die Tür des Cafés fixiert, durch die unzählige Menschen traten und sich anreihten, um etwas warmes vertilgen zu können. Ihr Smartphone war noch immer eine treulose Tomate und Ruri meldete sich einfach nicht. Das passte nun gar nicht zu einer verlässlichen Person wie sie es war. Die Zeit verging und je mehr sie dies tat, desto besorgter vermochte Emiko um ihre Freundin zu werden. Hoffentlich war ihr nichts zugestoßen.

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Re: Lovely Winter » Suzu Café » 08.01.2017 » Nachmittags » Emiko & Hinami

Beitrag von Gast am Do Dez 21, 2017 2:03 pm

Es war am frühen Morgen gewesen als die Musik im Hintergrund lief und die Brünette vor ihrem Schminktisch saß und ihr Spiegelbild betrachtete. Sie zog die kleine Schublade auf, dessen Griff an einer Rose mit ihrem Blatt erinnerte und betrachtete einen Moment den Inhalt, der sich darin befand. Die Zeit nachdem sie dem Schlusslinie mit ihrem Exfreund gezogen, war nicht allzu lange her. Mit einem ausgiebigen Seufzer entschied nahm sie die Rubin Katzenohrringe raus und steckte sie sich ans Ohr, um sich wieder ihre Reflektion in Betracht zu ziehen. „Du siehst wunderschön aus.“, murmelte sie in sich hinein, eine bloße Erinnerung vom Schatten, des Mannes den sie eins liebte. „Sicher, wenn ich so wunderschön gewesen wäre, hättest du wohl kaum mit anderen Frauen geschlafen.“, fügte sie schließlich mit einem verächtlichen Grinsen hinzu, wobei sie sich dann von ihrem Schminktisch erhob. Wie jeder Morgen ging sie nach der Routine, die sich jedoch tagtäglich ändern konnte. Sie öffnete ihr Postfach, welches den Brief von ihren Eltern beinhaltete und machte sich danach gleich dran den Laden herzurichten gemeinsam, mit ihren Mitarbeitern und ihrer Cousine. „Hm... Ich finde das ist mir zu kitschig.“, kommentierte Makoto, die skeptisch nun die Fensterdekoration beäugte. „Kümmere du dich um deinen Papierkram und ich mich um die Dekoration. Winter ist nun mal mit Romanze verbunden.“, rief Hinami, der Älteren zu, wobei sie noch gerade dabei war die eine Blume, oben an der linken Ecke, des Schaufensters richtig zu platzieren. Sie sprang dann mit einem Satz, von der Erhöhung runter, um sich nun neben ihrer Cousine zu stellen. Ein einheitliches Bild, welches den Blickfang ihrer Kunden anziehen sollte und entsprechend ihren Laden darstellen sollte. „Also ich finde, es sieht richtig gut aus.“, bestätigte ein Mitarbeiter beim vorbeigehen, der dabei Hinami zuzwinkerte. Hinami erwiderte die Geste ebenfalls mit einem zwinkern. „Siehste? Selbst wenn die Kunden nicht in den Laden kommen sollten, werden wir welche haben, die gerne ihr Büro oder sonst was einrichten lassen wollen.“ Mit einem leichten Stoß gegen die Schulter der 30-jährigen bewegte sich Hinami zum Schreibtisch und warf einen Blick auf dem Computerbildschirm. Sie war froh, dass sie die Buchhaltung nicht führen musste. Sie und ihre Cousine waren ein gut eingespieltes Team in der Hinsicht und nahmen entsprechend auch Kritik voneinander an, zumindest wenn diese berechtigt war. Stumm skrollte sie den Balken nach unten, um sich den Terminplaner anzuschauen. Sie war froh genug, dass die Weihnachtszeit vorbei war und sie sich nicht mit dem Stress mehr abhetzen musste. Besonders wenn besondere Festtage anstanden, ging es stressig in dem Betrieb Canéle her. Unerwartet stützte sich Makoto mit beiden Armen auf dem Kopf der Braunhaarigen ab, die nur einen genervtes Stöhnen auf der Geste von sich gab. „Du trägst die Ohrringe trotz allen, was der Typ bei dir abgezogen hat noch?“
„Ich brauch noch ein bisschen.“, lachte Hinami, die ihre Augen bei der Frage verdrehte. Doch nicht weil sie genervt war. Spott über sich selbst, wieso sie so dumm gewesen war und sich überhaupt in solch einen Kerl verliebt hatte. Ihre Braue hob sich als ihr etwas ins Auge sprang. „Makoto...“ Sie schnalzte mit der Zunge, doch bevor sie zu Worte kommen konnte, kam ihr die Ältere bereits zuvor:
„NAH! Ich kümmere mich heute um den Laden und du, dich um die Kontakte. Vergiss nicht, wer über Weihnachten die ganze Zeit mit unseren Kunden essen gehen musste. Zumal haben wir gedealt.“
„Aber das ist dein Kunde, um den du dich kümmern musst.Wieso ist er dann bei mir eingeplant?“ Nicht dass Hinami was dagegen hatte, auch welche von ihrer Cousine abzunehmen. Doch in diesem Fall handelte es sich um jemanden, die Hinami nicht ausstehen konnte. Gleich der Älteren, die nur ein Lächeln aufsetzte und damit argumentierte, dass sie ihr letzten Monat einen Kunden abgenommen hatte, auf den sie keine Lust hatte. „Nun... Gut... Ich mach mich nachher auf dem Weg.“, gab Hinami seufzend zurück, die sich eine Zigarette dann gönnte und diese anzündete. Eine Angewohnheit, die sie erst entwickelt hatte, nachdem endgültig das aus eingeschritten war. Stumm nahm sie einen Zug und beobachtete, wie der Rauch in die Luft stieg und sich dann in einer bestimmten Höhe völlig auflöste. Es führte nun mal kein Weg daran vorbei, genauso wenig, dass sie immer noch unter der Trennung litt...
Die Straßen waren gefüllt mit Menschen, wie jeder Alltag in der Großstadt. Weshalb es schlauer war mit dem öffentlichen Verkehr sich fortzubewegen zumal ihr Laden bereits im Herz von Tokyo stand. Hinamis Wangen waren noch von der Kälte gerötet als sie den Laden betrat. Sie strich sich eine Strähne hinters Ohr zurück während sie sich umschaute. Der alte Mann hatte ihr zugewinkt, mit seinem schmierigen Lächeln. Am liebsten hätte sie ihm auf der Stelle etwas ins Gesicht geworfen, doch man musste mit den Kunden umgehen können. Also setzte sie sich ihr professionelles Lächeln auf, als sie zu ihm saß. Bei ihrem Weg, stieß sie versehentlich gegen einem bereits sitzenden Gast, die sich um eine Studentin handelte. „Entschuldige.“, entschuldigte sich Hinami, die sich dann weiter vorbei drängelte. Halbherzig... Sie hasste es, nach dem Treffen würde sie sicher gehen, dass sie es nochmal vernünftig tat. Sie schaute noch einmal kurz Richtung der Studentin, die einen sehr zurückhaltenden Eindruck machte, bevor sie sich dann zu dem Mann widmete. Der alte Sack, der junge Dinger so beäugte als seien sie nicht mehr als Objekte. „Ich kotz gleich...“, dachte die 26-jährige, die trotz der Hintergedanken noch höflich das Gespräch fortsetzte. Nicht selten wurde ihr und Makoto bereits mit verachtenden Augen begegnet, die sie jedoch schnell wieder umstimmen konnten. Sie hatte einiges über den Mann gehört, dass er auch junge Liebschaften führte, trotz seines hohen Alters. Schon krank, auf was sich einige hingeben konnte, sobald das Geld eine Rolle spielte. Zumal der Gestank des Mannes unausstehlich war. Ihre Augen folgten den Blick des alten Mannes, der in Richtung der jungen Studentin stierte, die Hinami vor einer Stunde angestoßen hatte.
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Re: Lovely Winter » Suzu Café » 08.01.2017 » Nachmittags » Emiko & Hinami

Beitrag von Emiko Yoshikawa am Mo Dez 25, 2017 10:02 pm

#02 ,,Hier ist Ihr Tee." Emiko, welche die ganze Zeit über in ihr Smartphone gestiert hatte, war in diesem Augenblick vollkommen verwirrt. ,,W-was...?", stammelte sie. Es war der Kellner, der sich zu ihrer linken befand - ein recht groß gewachsener Japaner, vermutlich ebenfalls ein Student, den sie hier noch nie gesehen hatte. ,,Entschuldigen sie bitte, dass es so lange gedauert hat." Nun, die 23-jährige sah ihm an, wie unangenehm es ihm war, sie so lange warten haben zu lassen. ,,Ach was, schon in Ordnung", winkte sie verständnisvoll ab. ,,Heute ist einfach nur die Hölle los." Nachdem sich der Kellner hatte dankend vor ihr verneigt und Emiko ihm ein freundliches Lächeln entgegengebracht hatte, begann sie sich wieder ihrem Smartphone zu widmen. Sie rieb ein wenig an ihm, denn sie hoffte, dass die Wärme, welche bereits wieder durch ihre Hände floss, Wunder bewirken konnte. Auf einen leichten Stoß gegen ihre linke Schulter, folgte ein: ,,Entschuldige." Es war die Stimme einer Frau, die ungefähr in ihrem Alter gewesen sein musste. ,,Nichts passiert...", versicherte Emiko murmelnd, aber sie war vermutlich so leise, dass wohl nicht einmal das Pärchen, welches am Tisch nebenan saß, sie annähernd verstanden hatte. Nun, solch ein Missgeschick konnte doch wirklich jedem mal passieren. Emi-chan war viel zu sehr mit, nun, wie pflegte es ihr knauseriger Dozent stets zu sagen? - ihrer Elektronik beschäftigt. Und so vermochte sie über den Stoß den sie nur wage vernommen hatte, auch keinen Gedanken zu verschwenden. Emiko war mit ihrem Latein am Ende. Sie hatte gerade ihr Smartphone umgedreht und wollte ihn seinem Akku entledigen. Allerdings stellte sie fest, dass dieser fest verbaut war. Ach ja, da war doch was... Warum war er fest verbaut, verdammt!? Wie sie so etwas hasste... Emiko schnaubte. Sie zog sich ihre Haarnadel aus dem Haar und versuchte mühevoll mit dieser das Smartphone von seiner Schale zu lösen. Vielleicht war ja wirklich nur der Akku der Grund allen Übels. Aber... Was hatte ein nicht reagierendes Touchscreen schon mit dem Akku zu tun und vor allem... Wie sollte sie ein Smartphone mit einer gewöhnlichen Haarnadel schon knacken können? Das mochte höchstens bei Türschlössern funktionieren, wenn man denn zwei von diesen Nadeln parat hatte. Nun ja, Technik war noch nie so ganz ihr Themenbereich. Da stand sie vielen Frauen in Nichts nach. Emi-chan erinnerte sich daran, dass ihre Freunde aus Onomichi richtige Technikfreaks waren und sich aus alten Geräten Schweißmaschinen und andere Dinge gebastelt hatten. Sie dagegen, hatte sich nie für so etwas interessiert. Dabei wäre dieses Wissen gerade jetzt wirklich von Nöten gewesen. Es war vergebens - Emiko gelang es nicht auch nur annähernd ihr Smartphone zu öffnen. Mittlerweile blinkte eine weitere Meldung auf dem Display auf. "Kontakte angehalten". So ging das nun munter alle zehn bis dreizehn Sekunden. ,,Bitte was?", brabbelte die Musikstudentin und blinzelte es überfragt an. Was war denn das nun schon wieder? So etwas nannte man einen fehlerhaften Prozess, aber selbst damit, schien sie in diesem Augenblick vollkommen überfordert zu sein. Eindeutig, es hatte ein Winterjäckchen nötig. Emiko hoffte, dass ihre werte Elektronik einfach nur ein wenig mehr Wärme und Zeit brauchte. Ja, Wärme und Zeit...

Emiko versuchte nun der für sie angenehmen Musik zu lauschen. Das würde ihrer unlieblichen Situation sicherlich nicht schaden. Musik bedeutete Balsam für die Seele - jedoch konnte sie das traurigste Herz gleichermaßen heimsuchen und es schwach machen. Yoshikawa vermochte von dieser Schwere glücklicherweise verschont zu bleiben. Ansonsten würde sie sicherlich nicht Musik studieren können. Wurde sie erst einmal von einer Depression übermannt, so zog sie sich am liebsten die Decke über den Kopf und begann langsam aber sicher ihre Kontakte schleifen zu lassen, was auch nicht viel besser war. Emi-chans Blick, fiel zur rechten Seite in einen Spiegel, der an der Wand posierte. Es graute ihr. Oh Gott, wie sah sie denn aus! Total verstrubbelt... Sie begann sich ihr Haar zu richten. Dabei richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder gerade aus, in Richtung Kasse. Sie war voller Menschen. Ein Glück, dass sie nicht dahinter stehen musste. Die Angestellten, hatten alles im Griff - zumindest sah es danach aus. Emiko erblickte eine junge Frau, die sie zu beobachten schien. Sie hatte langes brünettes Haar und braune Augen; große braune Augen. Vermutlich dachte sie, welch ein eingebildetes Handy-Alien sie doch sein musste. Aber das war sie nicht. Wirklich nicht. Emiko würde niemals ins Zittern geraten, würde sie ihrem Smartphone entledigt werden. Diesen Job, übernahmen schon andere. Wenn die Fremde doch nur wüsste, warum sie sich gerade so intensiv mit ihm beschäftigte... Natürlich konnte Emiko nicht wissen, was die brünette Schönheit in diesem Augenblick über sie dachte. Nun, es ging ihr sehr nahe, was andere über sie denken könnten und das war ein gottverdammtes Problem. Hach... Wenn sie doch nur wie Nana-chan wäre. Sie war immerzu gelassen und nicht daran interessiert, was andere über sie dachten. Emi-chan begann sich verlegen durchs Haar zu fahren. ,,Oh, eh...", gab sie peinlich berührt von sich und schenkte ihr ein verlegendes Lächeln. Die junge Frau war diejenige, die sie vorhin versehentlich angerempelt hatte, aber das wusste sie nicht, weil sie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt war. Ihr fiel auf, dass etwas an ihrem Ohr funkelte. ,,Oh...?" Emiko betrachtete die Fremde nun genauer. Sie trug Rubin-Ohrringe in Form von Katzen. Sehr süß - und dieser Frau standen sie ausgesprochen gut. Diese war im Übrigen nicht alleine. Ein Mann, welcher locker ihr Vater sein könnte, befand sich an ihrer Seite. ,,Ah...?" Emiko fiel auf, dass er sie beobachtete; wie er sie förmlich mit seinen Blicken verschlang. Er wird doch wohl nicht... Ob er etwa auch Gast im New Moon war? ,,Sag mal, du arbeitest doch im New Moon, oder?" ,,Ehem ja... Als Kellnerin." ,,Wirklich? Nicht als Freudenmädchen?" Ahahahaha... Nein! Emiko stieg die Hitze in den Kopf. Oh, aber nicht doch! Der Gedanke, man könnte sie wohlmöglich öffentlich mit ihrer Berufung konfrontieren, ließ es ihr grauen. Sie war errötet in ihren Schal gesunken. Die beiden fremden Menschen unterhielten sich. Emiko konnte sie zählen. Eins, zwei, drei, vier, fünf - fünf Stirnfalten hatte der Gute. Wie er wohl ausschaute, wenn er eine Fratze zog? Nein, im New Moon hatte sie ihn noch nie gesehen, denn an solch ein markantes Gesicht würde sie sich auf jeden Fall erinnern. Vermutlich waren er und die fremde Schönheit wirklich Vater und Tochter - auch, wenn das wirklich nicht danach aussah. Nach einigen Minuten, nahm Emiko ihren ersten Schluck Tee, den sie in ihrer Hektik vollkommen ausgeblendet hatte. Mittlerweile war er nun noch lauwarm. Der ältere Herr, konnte seine Augen nicht von ihr lassen, sodass Emiko mit dem Gedanken spielte, das Café zu verlassen, aber das konnte sie unmöglich tun - nicht, bevor Ruru-chan nicht erschienen war. Was, wenn sie sich einfach mit dem Rücken zu ihm setzen würde? Aber das wäre doch auch unhöflich, oder etwa nicht? Mit ihrem Smartphone, hätte sie sich wenigstens ein wenig ablenken können...

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Re: Lovely Winter » Suzu Café » 08.01.2017 » Nachmittags » Emiko & Hinami

Beitrag von Gast am So Dez 31, 2017 1:45 pm

Ein verschmitztes Grinsen, dass sich über die Lippen des alten Mannes formte. Hinami hob interessiert die Augenbrauen, er wagte es nicht im Ernst, in mitten der Öffentlichkeit zu flirten mit einem jungen Ding! Reiche alte Menschen hielten viel von sich, jedoch gab es auch dumme junge Dinger, die darauf rein fielen, weil sie nur den Reichtum sahen. Sie räusperte sich, worauf der Mann sich wieder zu ihr wandte. „Ich wollte mich nochmal informieren zu welchem Datum wir den Termin der Besichtigung verlegen, da ich mir die Räumlichkeiten Ihres Büros ansehen muss, um mir ein besseres Bild zu machen, wie ich es vorzugehen habe.“
„Oh... Ja, Natürlich.“, sagte der Ältere Herr, der wieder der Unterhaltungen widmete. Mit einem viel bedeutenden Blick, den sie ihm am liebsten ein für alle mal ausmerzen wollte. Sie ließ nicht mit sich spielen, obwohl der Mann dies wusste, versuchte er es immer wieder. Sicherlich weil er zu viele Liebschaften besaß, um noch den Überblick behalten zu können. Ein Verlust über die Kompanie würde auch nicht viel ausmachen, doch er gehörte nun mal zu deren Stammkunden. Ein Wunder, wie ihre Cousine es schaffte wahrscheinlich war sie viel zu einschüchternd, dass er noch nicht mal ein Annäherungsversuch auch nur wagte. Die 26-jährige schenkte den Mann ein bezauberndes Lächeln, mit folgenden Worten: „Wir sind hier aus rein geschäftlichen Gründen und – dies – bleib – auch – dabei.“ Ihre Tonlage senkte sich zu einem warnenden zischen. Der Mann hob eine Braue nickte aber bestätigend, wobei er sie nun mit ernsten Augen beäugte. „Nun... Sie wirken vom Wesen anders als meine normale Geschäftspartnerin. Aber ich sehe... Ihre Ader ist dieselbe.“
„Danke. Das freut mich zu hören, dann setzen wir unser Gespräch fort.“, setzte sie an. So gefiel es ihr viel besser, wenn man auf eine Ebene kam. Das Gespräch verlief die gewohnte Bahn, wo Planung als auch die ungefähre Summe besprochen wurden. Eine Aufgabe, die ursprünglich zu Makotos Aufgabengebiet gehörte. Etwas ermüdet schüttelte die junge Frau den Kopf als sie das Restaurant verließ und zündete sich eine Zigarette. Sie nahm einen tiefen Zug davon und spürte, wie der Rauch sich in ihrer Lunge ausbreitete bevor sie ihre Augen wieder öffnete und den Qualm aus ihren Mund entweichen ließ. „Lästig...“, murmelte sie und warf einen kurzen Blick auf dem Bildschirm ihres Handys. Das Treffen hatte länger gebraucht als sie es eingeplant hatte. Eigentlich wollte sie sich auf den Weg zurück zu ihren Laden machen, doch ihre Aufmerksamkeit blieb schließlich Richtung Kreuzung stehen etwas abseits. Wo sie beobachten konnte, wie ein Mädchen von ihrem Geschäftspartner angesprochen wurde. Eine ganz junges hübsches Ding, vielleicht auch einer dieser Gören, die auf die Sugardaddies abfuhren. Sie verdrehte die Augen und wollte weiter gehen, doch irgendwas hielt sie davon ab. Es war der Gesichtsausdruck des Mädchens gewesen, welches den alten Mann mit abstoßenden Augen betrachtete. An sich sollte dies genug Anstoß sein, dass der alte Herr, seine Finger von ihr lassen sollte. Doch stattdessen beobachtete sie wie er ihr stattdessen näher kam und sie gar bedrängte und sogar dreist anfing am Körper herum zu fassen. Fassungslos stand Hinami da, der Anblick löste bei der 26-jährigen eine Kurzschlussreaktion aus, worauf sie ihre Zigarette fallen ließ. Hastigen Schrittes bewegte sie sich geradewegs auf den Mann zu, und stieß dabei die Passanten, die ihr im Weg standen beim überqueren aus dem Weg. „Na komm, wenn du willst können wir uns gleich New Moon begnügen un-“ Bevor er weiter sprechen konnte, packte sie den Mann an die Schulter und schnauzte ihn an, worauf der Mann zusammen zuckte. „SAG MAL HAST DU SIE NOCH ALLE? DAS MÄDCHEN WILL NICHTS VON DIR ALSO VERPISS DICH!“, fuhr sie den Mann durchdringender Stimme an, die aus ihr voller Wut herausschoss. Wäre er weiter gegangen, hätte sie bestimmt zugeschlagen. Nur schwer konnte sich die Floristin in dem Augenblick zurückhalten, weshalb sie den Mann grob gegen die Schulter zurück stieß, dass er zur Seite etwas kippte. Zu perplex schien er gewesen und sie zu aufgebracht. Sie würde sicher gehen, dass sie mit einem widerlichen Kerl nichts mehr zu tun haben wollte und den Kunden aus der Liste warf. Sie hatten genug andere Kunden und ein Verlust seinerseits, hatte keine große Auswirkung auf ihren Laden. Die Szene trieb einige Gaffer zusammen, welche Hinami umso mehrnervte und sich zu der Jüngeren wandte und nachhakte ob alles in Ordnung sei. „Ruri!“, hörte sie dann, worauf die Dunkelhaarige in Richtung der Anderen rannte und sie umarmte. Es war das Dunkelhaarige Mädchen gewesen, welches Hinami vorhin angestoßen hatte.
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Re: Lovely Winter » Suzu Café » 08.01.2017 » Nachmittags » Emiko & Hinami

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